praxis-frosch

Buchauszug aus dem Buch "Mit Feengeist und Zauberpuste"

Zaubern erhöht die Frustrationstoleranz ( S.45ff)

Die Möglichkeit, Pannen beim Vorführen eines Zauberkunststückes umzudeuten, hat schon manchem Kind über frustrierende Erlebnisse hinweggeholfen. Wenn ein Trick nicht klappt, kann das beispielsweise daran liegen, dass das Kind "um die Ecke gepustet" oder nicht den passenden Zauberspruch gewählt hat. Gerade für misserfolgsorientierte Kinder ist es sehr wichtig, die Trickhandlung mit einem neuen Zauberspruch oder einem gemeinsamen Pusten ohne Angst vor einer Blamage wiederholen zu können: Beim zweiten Mal klappt es dann fast immer.

Diese Überwindung eines Misserfolgserlebnisses ist gerade für Kinder mit niedriger Frustrationstoleranz eine sehr schwierige Aufgabe, die jedoch dadurch erleichtert wird, dass der Umgang mit Pannen Teil des Erlernens der Zauberkunst ist und Fehler somit als Selbstverständlichkeit beim Aneignen einer neuen Fähigkeiten betrachtet werden können. Die Zauberkinder überlegen bereits vor dem Auftreten einer Panne, wie sie diese Situation kreativ bewältigen können. Diese Fähigkeit, sich mit herausfordernden Aufgaben auseinander zu setzen und dabei eintretende Pannen vorab zu akzeptieren, ermöglicht auch den Kindern, die sonst beim kleinsten Fehler alles hinschmeißen, diese für sie kritische Situation auszuhalten. Es findet eine "Musterunterbrechung" des gewohnten Umgangs mit Fehlern statt.

Aus Fehlern wird man klug, drum ist einer nicht genug! sagte sich eine Schauspielerin.

Oder, wie es ein Fußballtrainer formulierte:

Kluge Menschen machen immer neue Fehler... dumme Menschen machen immer die gleichen Fehler.

© Annalisa Neumeyer, Texte, Auszüge von Texten dürfen nur nach Absprache mit mir benutzt werden. Unrechtmäßige Verwendung meiner Texte hat rechtliche Folgen.